Nullnummer in Unterzahl

  • 29. August 2022

Beitrag in der SZ

VfB punktet ohne Kalajdzic und trotz roter Karte in Köln

Köln – Kein Kalajdzic, keine Tore am Sonn- tag: Die meisten Diskussionen beim hektischen 0:0 zwischen dem 1. FC Köln und dem VfB Stuttgart gab es zunächst um einen, der gar nicht dabei war. Denn Stuttgarts Torjäger Sasa Kalajdzic stand nicht im Kader. Der Österreicher, der im Sommer schon mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht worden war, steht offenbar vor einem Wechsel zum englischen Premier-League-Verein Wolverhampton Wanderers. Deshalb hatte er auf eigenen Wunsch bereits am Samstag beim Abschlusstraining des schwäbischen Fußball-Bundesligisten gefehlt.

Der 1.FC Köln bleibt nach der Nullnummer – drei Tage nach dem gefeierten Einzug in die Gruppenphase der Conference League – in der Liga weiterhin ungeschlagen, kam aber zum dritten Mal hintereinander nicht über ein Unentschieden hinaus. Auch der VfB spielte schon zum dritten Mal Remis, hatte die andere Partie aber verloren und ist daher weiter sieglos.

In Köln waren die Schwaben dem Erfolg näher als die Gastgeber, sie scheiterten aber immer wieder am überragenden FC- Torhüter Marvin Schwäbe – und an der eigenen Unterzahl nach einer roten Karte gegen Luca Pfeiffer (56.), den Ersatzmann für Kalajdzic. Weil er sich unter anderem dar- über so aufregte, sah auch VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo Gelb-Rot (72.).

,Wir sind zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, ihn mitzunehmen. Weil er sich im Kopf nicht frei genug fühlt, um heute auf dem Platz zu performen“, hatte Matarazzo bei Dazn über das Fehlen seines Torjägers gesagt. Der Ex-Darmstädter Pfeiffer war so zu seinem ersten Startelfeinsatz gekommen, sein Debüt endete jedoch nach einem Tritt auf den Knöchel von Timo Hübers vorzeitig. Die Kölner profitierten im vierten Spiel der Saison damit kurioserweise schon zum dritten Mal von einem Platzverweis des Gegners, schafften trotz mehr als einer halben Stunde Uberzahl nicht mehr den zweiten Saisonsieg.

Der Stuttgarter Pfeiffer und sein Trainer Matarazzo werden des Feldes verwiesen

Trainer Steffen Baumgart änderte seine Startelf auf fünf Positionen. „Das sind keine Wechsel in dem Sinne, sondern im Sinne der Belastungssteuerung“, ; sagte er. Dennoch wirkte Stuttgart zu Beginn deutlich frischer und hatte in den ersten fünf Minuten drei ordentliche Chancen durch Wataru Endo (1.), Silas (4.) und Konstantinos Mavropanos (5.). Die Kölner mussten zu- dem früh zwei Verletzungen wegstecken. Mathias Olesen musste nach 17 Minuten vom Feld, Jeff Chabot spielte trotz einer früh erlittenen Verletzung mit Kopfverband, der immer wieder nachgeklebt wurde, bis zur 52. weiter. Endgültig stoppte ihn eine weitere Blessur am linken Fuß.

Kölns Retter vor der Pause war Schwäbe, der gegen Silas zweimal überragend parierte (22./38.). Auch der FC hatte Chancen zur Führung, doch Kapitän Jonas Hector trat nach Freistoßablage von Duda völlig ungedeckt vor dem Tor am Ball vorbei (37.). Halbzeit zwei begann mit den nächsten Rettungstaten von Schwäbe (48./49). Am Ende konnten müde Kölner aus der Überzahl nichts mehr machen. DPA