Erster Kölner Heimsieg nach einem Jahr

  • 31. Januar 2021

Beitrag auf faz.net von Daniel Theweleit

Mit dem Sieg über Bielefeld beendet der FC seine düstere Heimserie. Marius Wolf und Elvis Rexhbecaj sorgen für den Befreiungsschlag. Köln überholt die Arminia in der Tabelle.

Der von international renommierten Vereinen umworbene Stürmer Emmanuel Dennis, den der 1. FC Köln unter der Woche vom FC Brügge ausgeliehen hat, war noch blass geblieben beim Debüt für seinen neuen Klub, aber womöglich wirkte die bloße Anwesenheit solch eines Spielers beflügelnd auf die Kollegen. Jedenfalls konnten die Rheinländer, denen es im bisherigen Saisonverlauf grundsätzlich schwergefallen ist, Tore zu schießen, am Sonntagnachmittag einen anderen Sturmhelden feiern. Marius Wolf erzielte die ersten beiden Tore beim 3:1 der Kölner im Spiel gegen Arminia Bielefeld, mit dem eine schwarze Serie zu Ende ging: Erstmals seit dem Februar 2020 gewannen die Rheinländer wieder ein Heimspiel.

Es war ein Spiel, das schon früh eine recht eindeutige Richtung genommen hatte. Nach neun Minuten staubte Wolf zum 1:0 ab, nachdem der Bielefelder Torhüter Stefan Ortega einen Kopfball von Ellyes Skhiri nur mit Mühe hatte abwehren können. Und nach einer halben Stunde traf die Leihgabe von Borussia Dortmund abermals. Diesmal klärten die Bielefelder eine Flanke von Ismail Jakobs unzureichend, der Ball landete wieder bei Wolf, dem aus zwölf Metern ein Schuss flach neben den Torpfosten gelang.

Diese erste Hälfte war top gelaufen für die Kölner. Sie waren nicht klar besser in diesem spielerisch bescheidenen Abstiegskampfduell, hatten aber ihre guten Chancen zu Toren genutzt. Einen Kopfball des Bielefelders Sven Schipplock hielt Torhüter Timo Horn (22.), und Reinhold Yabo setzte einen Schuss aus guter Position neben das Kölner Tor (38.).

Bielefeld offensiv zu harmlos

Es war ein Spielverlauf wie gemalt für die Kölner, die mit einem Sieg die Möglichkeit hatten, in der Tabelle nicht nur an dem Konkurrenten aus Bielefeld, sondern auch an Hertha BSC vorbeizuziehen. Das zeigte, wie wichtig die Partie für beide Klubs war. Die Bielefelder hätten ihren Vorsprung auf den Konkurrenten mit einem Erfolg auf fünf Punkte ausbauen können, sie mussten also nach der Pause etwas offensiver werden. Aber wie der 1. FC Köln haben auch die Ostwestfalen meist große Mühe, Tore zu erzielen.

Mit dem Offensivspieler Masaya Okugawa konnten sie am Wochenende einen neuen Spieler von RB Salzburg ausleihen, doch der Japaner hatte noch nicht den Sprung in den Kader geschafft. Die Offensivspieler, die am Sonntag im Einsatz waren, blieben auch nach der Pause zu harmlos, während Köln erfolgreich konterte. Nach einer Stunde spielte Skhiri einen Steilpass auf Elvis Rexhbecaj, der frei vor dem Bielefelder Tor zum 3:0 traf (62.).

Bei dieser komfortablen Führung hätte Trainer Markus Gisdol Max Meyer, dem zweiten neuen Kölner Spieler, ein paar erste Einsatzminuten geben können. Doch das war erst in der 89. Minute möglich, nachdem Matchwinner Wolf einen entscheidenden Zweikampf gegen Fabian Klos verlor, der anschließend mit einem Querpass Sergio Cordovas Treffer zum 3:1 vorbereitete (73.). Es musste also noch etwas gearbeitet werden, doch am Ende war Bielefeld offensiv zu harmlos, um mehr zu erreichen als dieses eine Tor.