Kölner Siegtreffer in letzter Sekunde

  • 14. Januar 2018

Beitrag auf faz.net von Roland Zorn

Der FC meldet sich im Kampf um den Klassenverbleib eindrucksvoll zurück. Nun stehen die Rheinländer nur noch sechs Punkte hinter dem HSV. Nächstes Wochenende kommt es zum direkten Duell.

Der Weg zur Rettung vor dem Abstieg in die Zweite Bundesliga wird für den 1. FC Köln kürzer. Mit einem Kopfballtreffer in der letzten Minute der Nachspielzeit durch den neuen Stürmer Simon Terodde zum 2:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach verkürzte der FC den Abstand zum Tabellensiebzehnten Hamburger SV auf sechs Punkte und zum Sechzehnten Werder Bremen auf sieben Zähler. „Danach habe ich schwer Luft bekommen, aber das nimmt man gerne mit“, sagte der Torjäger mit heiserer Stimme. „Das ist unbeschreiblich. Besser kann man in einer neuen Mannschaft nicht ankommen.“

Das sind nach einer frustrierenden Hinrunde ganz neue Perspektiven für den FC, der sich über einen sehr glücklichen Erfolg freuen konnte. Die Gladbacher, eigentlich die bessere Mannschaft, verharren vorerst auf Rang sechs mit immer noch guten internationalen Perspektiven. In einem erst nach der Pause sehenswerten Kampfspiel war der FC durch Sörensen in Führung gegangen (34). Raffael (69.) glich mit seinem siebten Saisontreffer zunächst aus.

In der kurzen Winterpause hatten sich die Kölner vor allem frischen Mut angeeignet. Die Rückkehr lange verletzter Spieler, voran der am Sonntag in der Startformation dringend gebrauchte Nationalspieler Jonas Hector, die Verpflichtung des Stuttgarter Zweitligaschützenkönigs Simon Terodde, das abwechslungsreiche und auf eine frische Gruppendynamik setzende Trainingsprogramm des neuen Trainers Stefan Ruthenbeck sowie der in der Stadt heimische rheinische Optimismus hatte die Überlebensgeister des FC gestärkt. Die Gladbacher, 22 Punkte vom Tabellenletzten entfernt und damit ein Kandidat für den nächsten europäischen Wettbewerb, bauten auf die schon in der Hinrunde bewährten Tugenden: ein temporeiches Flügelspiel, individuelle Klasse und die feste Überzeugung, jedes Spiel in der Bundesliga gewinnen zu können. 

Mit der Einwechslung von Raffael für Grifo wurde das Gladbacher Offensivspiel zunächst nur unwesentlich druckvoller. Erst Hazards Kopfball, der sein Ziel nur knapp verfehlte, beschwor einen Hauch von Gefahr hervor (67.). Doch war diese Aktion so etwas wie eine Initialzündung für den Favoriten, der nun endlich den direkten Weg zum Tor fand. Nachdem Herrmanns Schuss noch von Torhüter Horn pariert worden war, spielte Raffael seine stürmische Klasse endlich voller Wucht aus, als er den Ball im zweiten Versuch unter die Latte donnerte und damit zum 1:1 ausglich. Als die Borussia in der Schlussphase näher am vollen Erfolg schien, schlug Köln aber doch noch einmal zu: durch Teroddes Kopfball mitten ins Glück.